Grafische Darstellung eines Digital Links mit möglichen Datenkomponenten

Welche Daten gehören in einen GS1 Digital Link?

So nutzen Sie GS1-konforme QR-Codes für Rückverfolgbarkeit, Verbraucherinformationen und digitale Produktservices erfolgreich

Ein QR-Code ist nur so wertvoll wie die Daten, die er enthält

Die Umstellung auf den GS1 Digital Link beginnt nicht mit dem Druck eines QR-Codes, sondern mit einer grundlegenden Entscheidung:

Welche Daten sollen zukünftig mit Ihrem Produkt verknüpft werden?

Mit dem GS1 Digital Link wird aus einem Produktcode ein digitaler Zugangspunkt. Denn ein GS1-konformer QR-Code kann weit mehr leisten als die klassische Preisabfrage eines Barcodes an der Kasse. Von der GTIN über Chargennummern bis hin zu Seriennummern, Haltbarkeitsdaten, Allergenhinweise und mehr – der GS1 Digital Link eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, Produkte intelligenter zu identifizieren, Verbraucher besser zu informieren und Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. 

Alles zum GS1 Digital Link
 

Warum die Datenstrategie entscheidend ist

Viele Unternehmen konzentrieren sich bei GS1 Sunrise zunächst auf den neuen QR-Code. In der Praxis entscheidet jedoch nicht der Code selbst über den Erfolg des Projekts, sondern die darin enthaltenen Daten. Der eigentliche Mehrwert des GS1 Digital Links liegt in variablen Daten - damit steigen jedoch die Anforderungen an Datenmanagement, Produktionsprozesse und Kennzeichnung. Nicht jedes verfügbare Datenelement sollte automatisch integriert werden. Die sinnvollste Datenstruktur hängt immer von den Zielen eines Unternehmens, den Anforderungen der Branche & Handelspartnern sowie den zukünftigen Anwendungsfällen ab. 

 

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

"Welche Daten kann ich integrieren?", sondern vielmehr "Welche Daten schaffen den größten Mehrwert für mein Unternehmen, meine Kunden und meine Lieferkette?".
2025-DE Michael Tausch

Michael Tausch

Leiter Strategischer Vertrieb - Nord und Mitglied im GS1 Expertenkreis 2D-Migration

Vom Barcode zur digitalen Produktidentität: Welche Daten können in einem GS1 Digital Link enthalten sein?

Traditionelle lineare Barcodes enthalten im Wesentlichen eine Produktnummer, die GTIN. Diese erfüllen ihren Zweck seit Jahrzehnten zuverlässig, stoßen jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Verbraucher möchten detaillierte Produktinformationen abrufen. Händler benötigen zusätzliche Daten zur Bestandsverwaltung und Rückverfolgbarkeit. Regulatorische Anforderungen steigen kontinuierlich. Gleichzeitig erwarten Unternehmen neue Möglichkeiten zur Kundenbindung und Digitalisierung.

Genau hier setzt der GS1 Digital Link an. Durch die Verknüpfung einer GS1-Identifikation mit digitalen Informationen entsteht eine Art digitale Produktidentität. Ein einzelner Code kann unterschiedliche Nutzergruppen mit genau den Informationen versorgen, die sie benötigen. Für Verbraucher kann derselbe Code Produktinformationen oder Nachhaltigkeitshinweise bereitstellen. Für Händler ermöglicht er die Produktidentifikation an der Kasse. Für Hersteller wird er zum Werkzeug für Rückverfolgbarkeit, Qualitätsmanagement und Supply-Chain-Transparenz.

GTIN

Die GTIN: Das Fundament jedes GS1 Digital Link

Jeder GS1 Digital Link beginnt mit der GTIN, der Global Trade Item Number. Sie bildet die Grundlage für die weltweit eindeutige Identifikation eines Produkts und ermöglicht die Zuordnung aller weiteren Informationen.

Für Unternehmen bietet die GTIN zahlreiche Vorteile:

  • Weltweit standardisierte Produktidentifikation
  • Nutzung am Point of Sale
  • Verknüpfung mit Produktstammdaten
  • Integration in bestehende Handelsprozesse
  • Grundlage für zusätzliche Datenelemente

Für viele Hersteller wird die Integration der GTIN der erste Schritt auf dem Weg zu GS1 Sunrise sein. Die eigentlichen Mehrwerte entstehen jedoch erst durch weitere Datenebenen.

Chargennummern

Mehr Transparenz durch Chargen- und Losdaten

Sobald Chargen- oder Losnummern in einen GS1 Digital Link integriert werden, verändert sich der Charakter des Codes grundlegend. Während die GTIN lediglich das Produkt beschreibt, können Chargendaten zusätzliche Informationen über die konkrete Produktionseinheit liefern. Für Hersteller bedeutet dies einen erheblichen Gewinn an Transparenz.
Statt beispielsweise lediglich festzustellen, dass ein bestimmtes Produkt betroffen ist, kann exakt nachvollzogen werden, welche Charge produziert, ausgeliefert oder möglicherweise zurückgerufen werden muss.

Gerade in der Lebensmittelindustrie bietet dies enorme Vorteile. Ändern sich Rezepturen, Zutaten oder Allergeninformationen zwischen verschiedenen Produktionschargen, können Verbraucher jederzeit die zum tatsächlich gekauften Produkt passenden Informationen erhalten.

Auch im Falle eines Produktrückrufs lassen sich betroffene Produkte deutlich präziser identifizieren und eingrenzen. Aus einem allgemeinen Produktrückruf wird dadurch im Idealfall ein gezielter Chargenrückruf.

Haltbarkeitsdaten

Warum Haltbarkeitsdaten zunehmend an Bedeutung gewinnen

Für viele Handelsunternehmen zählen Mindesthaltbarkeits- und Verfallsdaten zu den spannendsten Informationskomponenten eines GS1 Digital Links. Dies liegt vor allem daran, dass diese Daten zahlreiche neue digitale Prozesse ermöglichen.

Heute werden Haltbarkeitsinformationen häufig lediglich auf der Verpackung aufgedruckt. Mit dem GS1 Digital Link können diese Daten zusätzlich digital genutzt werden. Dadurch entstehen langfristig Möglichkeiten für:

  • Intelligentere Bestandsverwaltung
  • Effizientere Warenrotation
  • Geringere Lebensmittelverschwendung
  • Verbesserte Produktsicherheit
  • Datenbasierte Verkaufsaktionen

Insbesondere im Lebensmittel- und Getränkesektor wird erwartet, dass diese Datenelemente künftig eine zentrale Rolle spielen werden. Für Hersteller geht es dabei nicht nur um Compliance oder Rückverfolgbarkeit, sondern zunehmend auch um Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz.

Serialisierung

Serialisierung: Wenn jedes Produkt einzigartig wird

Die höchste Stufe der Produktidentifikation entsteht durch die Integration individueller Seriennummern. In diesem Fall wird nicht nur das Produkt oder die Charge identifiziert, sondern jedes einzelne Exemplar. Ein Medikament, ein medizinisches Produkt oder eine hochwertige Konsumgüterverpackung erhält dadurch seine eigene digitale Identität. Für Unternehmen eröffnet dies zahlreiche Möglichkeiten.

Produkte können über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgt werden. Originalprodukte lassen sich von Fälschungen unterscheiden. Rückrufaktionen werden noch präziser. Darüber hinaus entstehen völlig neue Möglichkeiten für Verbraucherinteraktionen.

Denken wir beispielsweise an ein Produkt, das bei jedem Scan Informationen speziell für genau dieses Produkt bereitstellt, etwa Garantieinformationen, Produkthistorie oder individuelle Serviceangebote.

Was heute noch innovativ erscheint, dürfte in vielen Branchen schon bald zum Standard werden.

Statische oder variable Daten? Die strategische Entscheidung

Eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Implementierung des GS1 Digital Links betrifft die Frage nach dem gewünschten Datenmodell. Viele Unternehmen starten bewusst mit einem einfachen Ansatz. Der QR-Code enthält eine GTIN und verweist auf allgemeine Produktinformationen. Dies ermöglicht einen vergleichsweise schnellen Einstieg, lässt jedoch viele Potenziale ungenutzt.
Erst durch variable Daten wie Chargennummern, Haltbarkeits- oder Rückverfolgbarkeitsdaten entstehen die erweiterten Funktionen, die den GS1 Digital Link so interessant machen. Unternehmen sollten sich daher möglichst früh mit der langfristigen Perspektive beschäftigen.

Wer heute lediglich die Mindestanforderungen umsetzt, muss möglicherweise bereits in wenigen Jahren erneut investieren, um zusätzliche Anwendungsfälle abzubilden. Wer dagegen von Beginn an eine skalierbare Datenstrategie entwickelt, schafft eine Grundlage für zukünftige Anforderungen und Innovationen.

Jetzt die Möglichkeiten des GS1 Digital Links selbst entdecken

Nutzen Sie unsere Beispiel-Resolver-Page, um das volle Potenzial der datenreichen QR-Codes zu erleben. Scannen Sie dafür den QR-Code oder klicken Sie auf den Button. 

Die eigentliche Herausforderung ist selten die Datenauswahl

Auf den ersten Blick erscheinen die verfügbaren Datenelemente überschaubar. In der Praxis stellen sich jedoch meist andere Fragen:

  • Woher stammen die Daten?
  • Sind die Daten konsistent?
  • Wie gelangen sie an die Produktionslinie?
  • Können variable Daten in Echtzeit verarbeitet werden?
  • Wie wird sichergestellt, dass die gedruckten Informationen korrekt sind?
Mehr über Domino Automation erfahren

Je umfangreicher die Datenstrategie wird, desto stärker greifen Datenmanagement, Produktion und Kennzeichnung ineinander. Um menschliche Fehler zu reduzieren, empfiehlt es sich auch auf Automatisierungslösungen für Ihre Kennzeichnungssysteme wie Domino Automation zu setzen. 

Von der Datenstrategie zur erfolgreichen Umsetzung

Die Auswahl der richtigen Datenelemente ist der erste Schritt. Ebenso wichtig ist jedoch die Frage, wie diese Daten zuverlässig auf Verpackungen und Produkte gelangen. Je nach Datenmodell entstehen unterschiedliche Anforderungen an:

  • Datenmanagement
  • Produktionslinien
  • Kennzeichnungstechnologien
  • Verifikation
  • Qualitätskontrolle

Werden diese Aspekte frühzeitig berücksichtigt, lassen sich spätere Anpassungen und unnötige Investitionen vermeiden.

Was erfolgreiche GS1-Digital-Link-Projekte gemeinsam haben

Unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße zeigen erfolgreiche Implementierungen oft ähnliche Merkmale:

Klare Zieldefinition

Die gewünschten Anwendungsfälle werden vor Projektbeginn festgelegt.

Skalierbare Datenstrategie

Nicht nur die Anforderungen von heute, sondern auch zukünftige Anwendungen werden berücksichtigt.

Einbindung aller relevanten Fachbereiche

IT, Qualitätssicherung, Verpackungsentwicklung, Produktion und Marketing arbeiten gemeinsam an der Umsetzung.

Berücksichtigung der Produktionsrealität

Die verfügbaren Daten müssen zuverlässig gedruckt, geprüft und verwaltet werden können.

Wie Domino Sie unterstützt

Der GS1 Digital Link verbindet Daten mit physischen Produkten. Genau an dieser Schnittstelle entstehen die größten Herausforderungen. Domino unterstützt Unternehmen dabei, die richtigen Datenelemente für ihre Ziele auszuwählen und diese zuverlässig in bestehende Produktionsprozesse zu integrieren.

Unsere Experten unterstützen unter anderem bei:

  • Entwicklung einer zukunftssicheren Datenstrategie
  • Integration variabler Daten in Produktionsumgebungen
  • Druck hochwertiger GS1-konformer QR-Codes
  • Verifikation von Dateninhalten und Codequalität

So schaffen Unternehmen die Grundlage für eine erfolgreiche Nutzung von des GS1 Digital Links, heute und in Zukunft.

GS1 Digital Link erfolgreich drucken & verifizieren

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