Kalorienetikettierung – der Schlüssel im Kampf gegen Fettleibigkeit?

  • Von Domino
  • Juli 26, 2017
  • Getränke
  • Lebensmittel

Der Kampf gegen die zunehmende Fettleibigkeit ist ein ständiges Ringen um die Verantwortung, bei dem Informationen als Hauptwaffe eingesetzt werden. Eine Verantwortung, die Lebensmittelproduzenten und Verbraucher gemeinsam tragen.

Ein Überschuss an Kalorien in der Ernährung führt zu Fett. Wenn Sie diese Kalorien nicht verbrennen, werden sie schließlich als Fett an Ihrem Bauch oder einer anderen, von Ihrem Körper bevorzugten Stelle angelagert. Diese Gleichung ist wissenschaftlich untermauert – sie treibt die Gesundheits- und Fitnessbranche täglich an. Wird die Lebensmitteletikettierung jetzt auch mitmischen?

Lesen Sie bitte das Etikett vor dem Gebrauch sorgfältig durch

Nährwertangaben sind seit über zwanzig Jahren Bestandteil der Lebensmitteletikettierung. Leicht verständliche Aufschlüsselungen der Proteine, Fettsäuren und Kohlenhydrate in Prozentsätzen schmücken die Lebensmittelverpackungen, um dem Verbraucher die sachkundige Wahl zu erleichtern, wie er seine Makronährstoffzufuhr gestalten sollte. Ungeachtet des steigenden Engagements der Hersteller hinsichtlich der Transparenz zu ihren Produkten sind Informationen jedoch nur dann effektiv, wenn sie im Kontext verstanden werden.

Mengenempfehlungen und die durchschnittliche tägliche Kalorienaufnahme ergeben nur dann Sinn für den Verbraucher, wenn er sich bewusst ist, was der Verzehr des jeweiligen Produkts für seinen Lebensstil bedeutet. Die Royal Society for Public Health (RSPH) ist sich nicht sicher, ob dies immer der Fall ist, und fordert daher eine noch anschaulichere Etikettierung von Lebensmittelverpackungen. Dabei sollen die Auswirkungen des Kaloriengehalts auf den Verbraucher hervorgehoben werden.

Essen und Joggen

Die britische Stiftung für Gesundheit und Wohlbefinden fordert größere Klarheit und schlägt daher vor, dass Lebensmitteletikettierungen den Verbraucher darüber informieren sollten, welche Aktivität dem Kaloriengehalt des Produkts entspricht. Anders ausgedrückt: die sportliche Betätigung, die zum Verbrennen derselben Menge an Kalorien erforderlich ist. Wenn ein Verbraucher weiß, dass ein Schokoriegel einem den Puls beschleunigenden, harten 30-Minuten-Lauf entspricht, wird das Kontextwissen in die Hände (und den Bauch) des Verbrauchers gelegt und dieser hoffentlich darauf aufmerksam gemacht, wie er seine tägliche Ernährung gestalten sollte.

Das ist zumindest der Grundgedanke.

Natürlich erfordern unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Größen und Metabolismen – Sie haben es erraten – einen unterschiedlichen Grad an Aktivität, um diese Kalorien zu verbrennen. Im laufendem Kampf gegen die weltweite Fettleibigkeit liefert dieser Ansatz jedoch auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken. Weltweit nehmen Fettleibigkeit und damit verbundene Krankheiten wie Diabetes kontinuierlich zu – ein wenig Wissen und ein bisschen Sport könnten deutlich dazu beitragen, diesen Trend aufzuhalten. Die Umfrage der RSPH fand heraus, dass 56 % der Verbraucher die Daten auf Lebensmittelverpackungen im Rahmen ihrer Kaufentscheidung nutzen, was zeigt, dass eine eindeutige Grundlage für einen solchen Ansatz besteht.

Die lokale Lösung eines globalen Problems

Obwohl dieser Vorschlag bisher nur in westlichen Ländern diskutiert wird, lassen Daten vermuten, dass ähnliche Maßnahmen weltweit erforderlich sind und erfolgreich sein könnten. Selbst Länder wie Singapur, normalerweise Heimat eher schlanker Personen, verzeichnen einen Anstieg der Gewichtszunahme und des Typ-2-Diabetes. Die jährlichen Kosten für die Bekämpfung sollen bis 2050 einen Betrag von jährlich 2,5 Mrd. USD erreichen.

Bei einer Überprüfung von mehr als 50 in Nordamerika durchgeführten Studien fand Health Canada heraus, dass die Bereitstellung von Kalorienangaben auf Speisekarten lediglich zu einer vernachlässigbaren Reduzierung der Kalorienaufnahme von 13 kcal pro Person führte. Diese Zahl sprang jedoch auf 81 kcal pro Person, als Informationen hinzugefügt wurden, die dem Verbraucher die Auslegung der Zahlen erleichterten.

Die persönliche Verantwortung muss zweifellos in Angriff genommen werden. Lebensstil und Ernährung können allerdings nur dann effektiv umgestellt werden, wenn sich der Verbraucher angemessen über den Nährwert und Kaloriengehalt sowie deren Auswirkungen informiert fühlt. Wissen ist Macht, wie man zu sagen pflegt.

Was kommt jetzt?

Eine größere Transparenz auf Lebensmitteletiketten ist eine abgestimmte Schwerpunktverschiebung von der Verantwortung der Hersteller, Informationen bereitzustellen, zu der Art und Weise, wie Verbraucher diese einsetzen. Angesichts des Platzes auf Verpackungen und der Probleme hinsichtlich Verständlichkeit wird wahrscheinlich ein Symbolsystem angewandt werden, bei dem Einfachheit und Direktheit Vorrang vor noch mehr Zahlen und verwirrenden Informationen erhalten. Der Etikettierungsmarkt wird gespannt darauf warten müssen, wie sich dieses Thema entwickeln wird.

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